Mehrkomponentenprotein

Was ist ein Mehrkomponentenprotein?

Ein Mehrkomponentenprotein (abgekürzt MKP) vereint unterschiedliche Proteinquellen in einem Produkt. Kombinationen aus Eiprotein, Casein, Whey-oder Sojaprotein sind gängig, manchmae Hersteller kombinieren darüber hinaus auch mit anderen Proteinquellen, beispielsweise mit Lupinen-, Reis-, Erbsen oder Hanfprotein.

Aus wie vielen Proteinquellen bestehen Mehrkomponentenproteine?

Hochwertige Mehrkomponentenproteine von führenden Herstellern bestehen meist aus 3-4 Komponenten. Es gibt auch Mehrkomponentenproteine, die aus 6, 7 oder sogar noch mehr Basisproteinquellen hergestellt werden.

Viele Proteinquellen bedeuten jedoch nicht automatisch ein qualitativ  hochwertiges Produkt!

Wichtig sind 2 Punkte für die Qualität:

1.)         Die verarbeiteten Basisproteinquellen. Hochwertige Proteinquellen wie Eiprotein, Whey und Casein sollten in jedem guten MKP immer enthalten sein!

2.)         Der Proteingehalt im Produkt. Hochwertige Produkte sollten meiner Ansicht nach einen hohen Proteinanteil aufweisen- mindestens 75%-80% pro 100 Gramm. Bei Produkten mit einem Proteingehalt deutlich unter diese Grenze achtet bitte auf die  Kohlenhydrate und besonders den Anteil von Zucker! Immer häufiger werden in der Produktwerbung die Angaben nicht mehr pro 100 Gramm, sondern pro Portion oder Messlöffel gemacht. Dies kann dazu führen, dass die tatsächliche Menge an Kohlenhydraten nicht sofort klar wird und man erst genau nachschauen und umrechnen muss, um festzustellen, wie viele Kohlenhydrate tatsächlich nun enthalten sind. Im Proteinvergleich kann es deshalb sein, dass Ihr die ein oder andere Überraschung erlebt…

Warum sollte ich ein Mehrkomponentenprotein verwenden?

Auf den Punkt gebracht- mehrere Proteinquellen in einem Produkt ergänzen sich und ihre Wirkung im Vergleich zur einzelnen Proteinquelle.

Was bedeutet das konkret?

Aminosäuren als Proteinbausteine sind nicht in jeder Proteinquelle in derselben Konzentration enthalten. Eiprotein beispielsweise zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an schwefelhaltigen Aminosäuren aus- wichtig für die Hormonproduktion. Einen hohen Glutamin- und Arginingehalt findet man dagegen z.B. in Sojaprotein. Mischt man somit mehrere Proteinquellen, kann der Gehalt an Aminosäuren insgesamt optimiert und vermeintliche Nachteile einzelner Proteinquellen kompensiert werden.

Durch die Mischung verschiedener Proteinquellen kann aber nicht nur das Aminosäureprofil und somit die Wirkung verbessert, sondern verlängert werden. Schauen wir kurz darauf, wie unterschiedliche Proteinquellen wirken:

  • Whey-Protein entfaltet seine Wirkung sehr schnell. Trinkt man einen Wheyproteinshake, dauert es nur ca. 20 – 40 Minuten, bis der Aminosäuren-Spiegel im Blut sein Maximum erreicht. Gut für direkt nach dem Sport, da der Köper schnell viele Proteinbausteine oder Aminosäuren zur Verfügung hat, um mit der Regeneration zu beginnen. Wenn aber nach 40 Minuten immer weniger Aminosäuren zur Verfügung stehen, muss man entweder noch mal einen Wheyproteinshake trinken oder man kombiniert gleich beispielsweise mit Casein.
  • Casein ist ein Protein, das deutlich langsamer vom Körper verwertet wird. Nach einem Casein-Shake erreicht der Aminosäuren-Spiegel im Blut erst nach 3 – 4 Stunden sein Maximum. Es wirkt somit sehr lange, was optimal ist für eine langanhaltende Regeneration.
  • Eiprotein wird oft als das Master Protein bezeichnet, weil die im Ei enthaltenen Proteinbausteine vom Körper sehr gut verwertet oder assimiliert werden können. Deshalb wird Eiprotein in Mehrkomponentenproteinpulvern oft verwendet, um das Aminosäurenprofil zu optimieren und somit die Qualität eines MKP’s in Bezug auf die Verwertbarkeit durch den Körper zu erhöhen.

Fazit: Durch die Kombination verschiedener hochwertiger Proteinquellen wie beispielsweise Casein, Ei- Whey oder Sojaprotein in einem Produkt ergänzt man die Wirkung der einzelnen Proteinquelle. Das Resultat ist eine verbesserte Regeneration durch längere Wirkung im Vergleich zu den einzelnen Quellen sowie eine verbesserte Verwertbarkeit durch ein optimiertes Aminosäurenprofil.

 

Was sind hochwertige Proteinquellen für ein Mehrkomponenten-protein?

Hier kommt es darauf an, ob man offen für Proteinquellen tierischen und pflanzlichen Ursprungs ist oder beispielsweise nur pflanzliche Protein-quellen zu sich nehmen möchte. Unten habe ich deshalb 3 Beispiele aufgeführt, wie hochwertige MKP’s zusammengesetzt sein könnten.

Zusammensetzung Beispiel 1: Casein, Whey, Egg

Zusammensetzung Beispiel 2: Sojaproteinisolat, Eiprotein, Wheyprotein

Zusammensetzung Beispiel 3: Erbsenproteinisolat, Reisprotein,

Hanfprotein (vegan)

Persönliches:

Mein Favorit bei Mehrkomponentenproteinen ist, da ich mich nicht vegan ernähre, eine Proteinmischung wie in Beispiel 1 beschrieben in der Zusammensetzung Casein 60%, Egg 20% (25%) und Whey 20% (15%). Diese Zusammensetzung findet man beispielsweise in MKP’s von ESN oder Supplementunion. Im Laufe des Jahres variiere ich jedoch, verwende ich auch Proteine anderer Hersteller wie beispielsweise auch MKP’s von Bodyattack, Peak Performance und Olimp. Da ich gerne experimentiere, mische ich mein Mehrkomponentenprotein manchmal mit Sojaproteinisolat oder Hanfprotein.